Unsere Grundsätze

Die individuellen Beratungsangebote der Liebelle richten sich an Menschen mit geistiger Behinderung, an deren Angehörige und an Fachkräfte. Alle Fragen zu Sexualität und Partnerschaft, bezogen auf Menschen mit geistiger Behinderung, sind Thema der Beratung.

Phänomen geistige Behinderung

Der Begriff „geistige Behinderung“ steht oft in der Kritik – häufig zu Recht. Auch wir wenden uns gegen die Reduzierung eines Menschen auf diese Eigenschaft. Dennoch haben wir uns dafür entschieden, den Begriff zu verwenden. Dies sind die Gründe:

  • Betroffene, die wir gefragt haben, fühlten sich nicht diskriminiert, sondern im Gegenteil explizit angesprochen. Der Zusatz „Beratungsstelle zu Sexualität und geistiger Behinderung“ benennt klar und deutlich die Zielgruppe, die im Zusammenhang mit Sexualität bisher nicht direkt angesprochen bzw. ausgegrenzt wurde.
  • Die Bezeichnung erlaubt außerdem die eindeutige Zuordnung der Angebote. Im Hinblick auf anhaltende exklusive gesellschaftliche Tendenzen und in Bezug auf die Entwicklungsbedingungen von Menschen mit geistiger Behinderung erscheint es uns wichtig, den Betroffenen einen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sie in der Peer-Group ihre Fragen, Wünsche und Vorstellungen thematisieren können. Dies widerspricht in unserer Vorstellung nicht der Idee einer inklusiven Gesellschaft, sondern hebt die Bedeutsamkeit einer identitätsstiftenden Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung hervor.

Wir möchten den Klientinnen und Klienten in ihrer individuellen Lebenswirklichkeit ganzheitlich gegenübertreten. Dabei geht es keinesfalls um eine defizitäre Betrachtungsweise, sondern um die Anerkennung der realen Lebensumstände.

So arbeiten wir

Die Berater*innen sind erfahren im Umgang mit beeinträchtigten Menschen und durch ein abgeschlossenes Studium der Sozial- oder Sonderpädagogik sowie eine Weiterbildung in Sexualpädagogik qualifiziert. Sie arbeiten nach dem verstehenden Ansatz und begleiten unter Einbeziehung psychodynamischer Aspekte. Um eine geschlechtsspezifische Beratung leisten zu können, ist das Liebelle-Team grundsätzlich mit Frauen und Männern besetzt.

Die Beratung ist für Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörige kostenlos.

Absolute Vertraulichkeit

In der Liebelle herrscht absolute Vertraulichkeit. Die Berater*innen unterliegen der Schweigepflicht. Dies gilt auch für die angeschlossene Forschungsstelle. Die Teilnahme an Erhebungen ist freiwillig, und alle erhobenen Daten werden anonymisiert.