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Beratungsstelle für Sexualität und geistige Behinderung bleibt erhalten: „Liebelle“ wird für drei Jahre von der SKala-Initiative gefördert

Noch vor wenigen Wochen sah es schlecht aus für die „Liebelle – Beratungs-, Forschungs- und Bildungsstätte zu Sexualität und geistiger Behinderung“ in Mainz – jetzt ist sie zumindest bis 2021 gerettet: Mit mehr als € 860.000 fördert die SKala-Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in den nächsten drei Jahren den Fortbestand, die Ausweitung und die Verbreitung der Arbeit der Liebelle. Diese Finanzierung schließt nahtlos an die bisherige Förderung durch die Aktion Mensch an, die im Frühsommer 2018 ausgelaufen ist.

Die Liebelle, gegründet 2015, ist ein innovatives Kooperationsprojekt der in.betrieb gGmbH Gesellschaft für Teilhabe und Integration und des pro familia Ortsverbands Mainz. Sie ist eine Beratungsstätte zu Liebe und Sexualität für Menschen mit geistiger Behinderung ab 16 Jahren und bietet Einzel- und Paarberatung sowie Bildungsseminare an. Darüber hinaus gibt es Beratung, Veranstaltungen und Fortbildungen für Eltern und Angehörige sowie für Fachkräfte. Mit diesem umfangreichen Angebot ist die Liebelle bislang deutschlandweit einmalig.

„Dank der Unterstützung durch SKala können wir die Liebelle nicht nur erhalten, sondern sie sogar entscheidend weiterentwickeln“, freut sich Projektleiterin Petra Hauschild. Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO, das die SKala-Initiative umsetzt, wurde ein detaillierter Förderplan ausgearbeitet. Er umfasst unter anderem die Aufstockung des Fachpersonals und zahlreiche Workshops, etwa zur konzeptionellen und strategischen Ausrichtung. Zusätzlich wird eine Fundraising-Fachkraft für eine solide finanzielle Basis nach Auslaufen der Förderung sorgen.

Im Laufe von drei Jahren erfolgen der schrittweise Ausbau des Angebots und die Erweiterung der Zielgruppen. Eine Online-Beratung soll konzipiert und ein psychotherapeutisches Angebot etabliert werden. Mithilfe eines zu erarbeitenden sexualpädagogischen Konzepts sollen bereits Jugendliche unter 16 Jahren, deren Angehörige und Fachkräfte an Förderschulen erreicht werden. Die Liebelle soll überregional bekannter werden und sich die Zielgruppe auch auf diesem Weg vergrößern. Die begleitende Forschungsarbeit wird ebenfalls ausgebaut: Ein Wissenschaftsbeirat soll gewährleisten, dass Erkenntnisse aus der praktischen Arbeit evaluiert und verbreitet werden, der fachliche Diskurs angeregt wird und neue, passgenaue Angebote entstehen.

Langfristiges Ziel des Projekts ist ein Beitrag zur gesellschaftlichen Enttabuisierung des Themas „Sexualität und geistige Behinderung“ sowie die Förderung der sexuellen Selbstbestimmung von Menschen mit geistiger Behinderung.
„Mit SKala haben wir genau die richtige Partnerin zur richtigen Zeit gefunden“, ist Michael Huber, Geschäftsführer der in.betrieb gGmbH sicher. „Dank der Aktion Mensch konnten wir die Liebelle vor drei Jahren ins Leben rufen und bekannt machen. Der große Zuspruch, vor allem aus der Werkstatt-Belegschaft, brachte uns schon schnell an unsere Kapazitätsgrenzen, so dass wir jetzt sehr dankbar für die großartige Unterstützung sind – zumal sie aufgrund der strategischen Begleitung über den rein finanziellen Förderzeitraum hinaus wirkt. “

SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO. SKala fördert bis zum Jahr 2020 etwa 100 gemeinnützige Organisationen mit insgesamt bis zu 100 Millionen Euro in den Bereichen Inklusion und Teilhabe, Engagement und Kompetenzförderung, Brücke zwischen den Generationen sowie Vergessene Krisen. Unterstützt werden ausschließlich Organisationen, die gegenüber PHINEO eine große soziale Wirkung nachgewiesen haben.

Die in.betrieb gGmbH ist ein modernes Sozialunternehmen aus Mainz mit vielen Facetten und anerkannte Werkstatt für behinderte Menschen. Sie bietet mehr als 630 Menschen mit Behinderung Zugang zu Bildung und Arbeit. Zu in.betrieb gehören neben der Werkstatt und der Liebelle zwei integrative Kindertagesstätten in Mainz und in Nieder-Olm, eine Tagesförderstätte sowie der Bereich „Ambulantes Wohnen“.


Zusätzliche Informationen

  • Weitere Informationen sowie ein Video zur „Liebelle“ finden Sie auf hier.
  • Wir laden Sie herzlich ein, sich persönlich über die Liebelle und unsere Zukunftspläne zu informieren. Bitte nehmen Sie Kontakt mit Frau Wolf auf und vereinbaren Sie gern einen Termin. Telefon: 06131/5802 224; E-Mail: daniela.wolf@inbetrieb-mainz.de

 

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